Sprichwörter aus aller Welt – Ein Projekt am Christian-Doppler-Gymnasium

Eine Sprache.     Ein Mensch.

Zwei Sprachen.   Zwei Menschen.

So sagt es kurz und knapp ein türkisches Sprichwort. Das bedeutet: Ich vereinige so viele Persönlichkeiten in mir, wie ich Sprachen spreche. Zahlreiche Schüler_innen unserer Schule sprechen neben Deutsch und den am CD-Gym unterrichteten Sprachen noch eine weitere Sprache: ihre Mutter- oder Familiensprache. Was für ein kultureller Reichtum! Jede dieser Sprachen hat ihren eigenen Schatz an Sprichwörtern. Diesen Schatz wollten wir heben und dokumentieren. Und so haben wir alle Schüler_innen gebeten, Sprichwörter in den verschiedenen Sprachen zu sammeln und aufzuschreiben.

Die Rücklaufquote war immens hoch und wir haben bei der Zusammenstellung dieses „Sprichwörter-Berges“ gelernt, dass alle Menschen, aus welcher Kultur sie oder ihre Vorfahren auch stammen mögen, ganz ähnliche Wünsche an das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen haben, auch wenn sie sie vielleicht unterschiedlich ausdrücken.

 

Immer wieder fanden wir frappierende Übereinstimmungen: Dass man anderen keine Grube graben soll, will man nicht selbst hineinfallen, weiß man auch im Balkan und in der Türkei. Das vietnamesische „Ein Schälchen Schweiß, ein Schälchen Reis“ erinnert nicht von ungefähr an „Ohne Schweiß kein Preis“. Und dass man den wahren Freund in der Stunde der Not erkennt, ist von Österreich bis Bangladesch kein Geheimnis.

Manche Sprichwörter haben einen derben Humor wie die französische Entsprechung zum „Kind“, das man „nicht mit dem Bade ausschütten“ soll: „Man soll die Oma nicht in die Brennnesseln schieben.“ Manche sind von poetischer Schönheit wie das albanische „Das Meer erkennt man an den Wellen, den Menschen an den Worten“ und manche von philosophischer Knappheit wie „Wenn die Jugend wüsste, was das Alter könnte“ aus Bulgarien.

Das zu sichten und zu ordnen, war eine ganze Menge Arbeit für das Redaktionsteam, aber „No pain, no gain“. Und so ist auf Initiative des Elternvereins und mit seiner großzügigen Unterstützung und der des Landes Salzburg ein Büchlein entstanden, das gratis an alle Mitglieder der Schulgemeinschaft verteilt wurde. Es soll ein weiterer Mosaikstein in der Sichtbarmachung der bereichernden Vielfalt an unserer Schule sein, dem noch viele folgen werden.

Wir danken allen Beteiligten für Ihre Beiträge zu diesem Projekt und wünschen viel Freude beim Lesen und Nachdenken!

Dr.in Katrin Elborgh                                             Mag. Dietmar Rudolf

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