Lokale Bildungslandschaft und durchgängige Sprachbildung

In ihrem Beitrag zum Regionalgruppentreffen der Wiener voXmi Schulen stellte Emmanuelle Gravier von der VS Kematen am Beispiel der Bildungslandschaft „Mutig voneinander lernen“ vor, welche Rahmenbedingungen auf lokaler Ebene geschaffen wurden, und welches Angebot an formales, informelles und lebenslanges Lernen kontinuierlich gegeben wird, um den Erwerb der Bildungssprache Deutsch und eine ganzheitliche Sprachbildung unter Einbeziehung der Familiensprachen bei Kindern und Erwachsenen ganzheitlich zu fördern.

Sie gab in ihrem Beitrag Impulse für die Arbeit mit Eltern, um behutsam und respektvoll mit diesen zu ihren (Sprach)biografien und zur eigenen Schulsozialisation zu arbeiten, mit dem Ziel, die mit dem Erwerb einer Zweitsprache verbundenen Ängste von Eltern abzubauen.

Emmanuelle Gravier ist voXmi Lehrerin, Schulsozialpädagogin und Leiterin der Bildungslandschaft „Mutig voneinander lernen“. Gravier_Handout zu den Sprachbiografien

Inwiefern ist eine Schule bereit, sich nach außen zu öffnen und andere Lernformen und -strategien, wie sie etwa in der Familie der Kinder und in deren Umfeld vorhanden sind, anzuerkennen? Wieviel informelles Lernen verträgt die Institution Schule und welche Möglichkeit der lokalen Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen und politischen Organen gibt es, um niederschwellige bis anspruchsvolle lebensweltorientierte Lernangebote anzubieten, die die Adressaten in ihren individuellen Lernprozessen von Alltags- zu Bildungssprache unterstützen?

Alle Lernenden, so Emmanuelle Gravier, haben das Potential, individuelle Autonomie zu erlangen und sich in der Zukunft als selbstbestimmte, eigenverantwortlich handelnde Persönlichkeiten mit einzigartigen, gesellschaftlich bedeutenden Fähigkeiten zu entwickeln. Angelehnt an Stojanov, kann eine Schulinstitution dann gerecht arbeiten, wenn sie Bildung in der Kultivierung individueller Autonomie bei allen Lernenden ermöglicht und Ressourcen dafür bereitstellt. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, soll die Schule Teil eines lokalen Gesamtsystems werden, das auf die Vernetzung der lokal aufeinander abgestimmten Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote abzielt. Die Schulsozialpädagogik übernimmt die Bindegliedfunktion. Sie handelt an der Schnittstelle der pädagogischen Disziplinen, vertritt sowohl Schule als auch KlientenInnen und fördert die interinstitutionelle Kooperation.

An der Volksschule Miteinander treffen 17 Sprachen zusammen, die in den Schulalltag eingebunden werden. Somit erfahren die Kinder die Anerkennung ihrer sprachlichen Ressourcen und können ihre Mehrsprachigkeit als Normalität erleben. Manche Eltern sind aber aus diversen Gründen nicht in der Lage, ihre eigene Mehrsprachigkeit zu reflektieren, haben daher Schwierigkeiten, ihren Kindern zu vermitteln, dass sie in zwei (mehr) Sprachen aufwachsen, die für ihre Identitätsentwicklung von gleicher Bedeutung sind.

Einen Einblick in die Arbeit der VS Kematen an der Ybbs in Bezug auf Mehrsprachigkeit in den Bereichen Biografiearbeit, Family Literacy und Kinderrechte bekommen Sie über folgende Links:

http://www.schule-mehrsprachig.at/index.php?id=379

http://www.viel-falter.org/mutig-voneinander-lernen

http://www.oesz.at/OESZNEU/include_veranstaltungsdetails.php?ID=387

https://www.youtube.com/watch?v=LA13vKzdnPA

https://www.lese-schaufenster.at/wettbewerb/projekt/132/#1

https://lese-schaufenster.at/wettbewerb/projekt/136/

https://www.kulturkontakt.or.at/html/E/beispiele.asp?guid=%7B3B0224F9-7425-40A1-A282-B5F3D766A584%7D

https://www.umweltbildung.at/nachrichten/langtexte/auszeichnung-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-best-of-austria-verliehen.html

https://teachersaward.iv.at/de/ruckschau/ruckschau-2017

https://www.kija-noe.at/fileadmin/user_upload/downloads/Schriftenreihe_2017.pdf

 

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