Mehrsprachige Lehrpersonen – Rolemodels und Vermittler/innen

Mehrsprachige Lehrpersonen spiegeln die Gesellschaft wider, die selbst ja auch zu einem großen Teil mehrsprachig ist. Und dennoch stehen sie in einer Schule, die nach wie vor monolingual gedacht ist, in einem besonderen Spannungsfeld. 

Im Rahmen des voXmi Regionalgruppentreffens in Wien am 4. März 2020 wurde die Rolle und das Selbstverständnis von mehrsprachigen Lehrpersonen diskutiert. Ein wichtiges Thema war dabei die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis und Anspruch, für die Kinder ein Vorbild und ein Rolemodel zu sein.

Literaturtipp: Khan-Svik et al. (Hrsg.) (2019). Mehrsprachigkeit im Fokus. Sprachenprofile der Pädagogischen Hochschulen. Innsbruck: StudienVerlag.

Arbnesa Kurtaj, selbst mehrsprachig aufgewachsen, gestaltete einen Impuls zu Rolle und Selbstverständnis mehrsprachiger Lehrpersonen.

Fragen, die mehrsprachige Lehrpersonen beschäftigen sind u. a., was es denn überhaupt bedeutet, ein Vorbild zu sein? Wie es gelingen kann, diese Funktion authentisch auszufüllen? Dabei wurde festgehalten, dass es besonders wichtig ist, den Schüler/innen gegenüber eigene Schwächen und Fehler einzugestehen, Emotionen zu zeigen und Lob ernstzumeinen. Die eigene Mehrsprachigkeit kann dabei helfen, Brücken zwischen der Schule und den Eltern zu bauen. Die Lehrperson ist auch ein Vorbild dafür, welche beruflichen Möglichkeiten sich mit (oder trotz?) Mehrsprachigkeit bieten. Mehrsprachigkeit ist eine Unterstützung für die Bearbeitung von Konflikten und kann auch unterstützend das Erlernen der Bildungssprache Deutsch begleiten.

Zweifelsfrei sind mehrsprachige Lehrpersonen überall dort besonders wichtig, wo es gilt, allen Erstsprachen der Kinder wertschätzend zu begegnen. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, dieselbe Erstsprache wie die Kinder zu haben. Es genügt, sensibel zu sein für andere Kulturen, Traditionen – Ähnlichkeiten zu erkennen und Verständnis zu signalisieren. Bräuche und Sitten sind in vielen Ländern nämlich auch sehr ähnlich. 

Zentral sind die Gespräche mit Schüler/innen über Eltern, Familie, Erwartungen, Druck, Geschwister, Stress und vieles mehr. Ängste und Vorstellungen sind in vielen Familien mit Migrationsgeschichte ähnlich. Schüler/innen fühlen sich verstanden und wissen, es wird ihnen tatsächlich zugehört. Dasselbe gilt wohl auch für ihre Eltern.

Arbnesa Kurtaj ist voXmi Lehrerin an der NMS Campus Sonnwendviertel in Wien.

 

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